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Chronik der St. Hubertus Schützenbruderschaft

Urmersbach 1928 e. V.

 

Im Sommer des Jahres 1928 fand sich eine kleine Anzahl beherzter Männer und Jünglinge in der Gastwirtschaft Jancak in Urmersbach zusammen um einen Schützenverein zu gründen. Anwesend waren etwa 25 Personen. Nachdem sich alle Anwesenden einig waren, wurde ein Verein gegründet. Man wählte zunächst einen Vorstand mit folgendem Ergebnis: 

     Matthias Josef Wölwer, Vorsitzender
     Wilhelm Kirst, Schriftführer und  
     Nikolaus Schmitz als Kassierer.

Als Eintrittsgeld zahlte jedes Mitglied eine Mark, pro Monat 0,25 Mark. Der junge Verein traf gleichzeitig Vorbereitungen zum ersten Schützenfest, welches im Herbst 1928 stattfand. Die Mitgliederzahl stieg bald auf 86 Mitglieder an. Im Jahre 1929 wurde eine Vereinsfahne angeschafft. Die Fahne wurde von der Bonner Fahnenfabrik zum Preis von 650 Mark geliefert und von dem damaligen Präses Herrn Pfarrer Nußbaum geweiht. Auch hatte der Schützenverein eine Sterbekasse. Als erster der damaligen Mitglieder verstarb Herr Johann Schmitz. Seine Angehörigen erhielten 60 Mark Sterbegeld. 

Über Deutschland kam eine trübselige Zeit. Eine kirchenfeindliche Staatsregierung bildete sich in der NSDAP. Die Jahre der Trübsal sollten auch an unserer Schützenbruderschaft nicht schadlos vorübergehen.

In der Fronleichnamsprozession 1939 mussten die Schützenbrüder mit der Fahne austreten, auf Anordnung der Polizei. Kurze Zeit später wurde auch die Vereinskasse mit Vermögen von der Polizei beschlagnahmt. Die Fahne wurde in unserer Kapelle sichergestellt. 

Die Schützenbruderschaft war damit öffentlich verboten. 

Auch der unglückselige Krieg von 1939 bis 1945 ging vorüber. Aber viele Mitglieder der Schützenbruderschaft mussten Ihr Leben fürs Vaterland lassen. 

Im Jahre 1952 wurde allgemein der Wunsch laut, die Schützenbruderschaft wieder ins Leben zu rufen. Und wieder war es Wilhelm Kirst, der zu einer Versammlung aufrief. Aber damals kam die Schützenbruderschaft noch nicht gleich zustande. Von 1952 bis 1955 war innerhalb des Sportvereins Urmersbach eine Schießgruppe tätig. 

Am 05.Mai 1955 wurde die Schützenbruderschaft St. Hubertus unter Herrn Pastor Zimmer, der nur kurze Zeit hier als Präses weilte, neu ins Leben gerufen. Im November des gleichen Jahres wurde unsere Bruderschaft beim Zentralverband der historischen deutschen Schützenbruderschaften in Leverkusen-Bürrich aufgenommen. Der alte Schießstand konnte zunächst noch benutzt werden. 1960 wurde er jedoch von der Behörde wegen ungenügender Sicherheit gesperrt. Der Schützenplatz wurde zur Schießhalle umgebaut, um die Schießerlaubnis wieder erteilt zu bekommen. Ein Fahnen- und Waffenschrank wurden angefertigt. Der Schützenstand wurde um einen Meter nach hinten erweitert.

Erstmals wird 1964 eine Schützenkönigin zugelassen und gleichzeitig eine Königskrone zum Preis von DM 40,00 gekauft. Vereinslokal wurde in diesem Jahr das Gasthaus Peter Weber. Die Bruderschaft wurde beim Amtsgericht Mayen ins Vereinsregister eingetragen.

Die Schießhalle wurde erst im Jahr 1966 verputzt und der Anbau für die Jungschützengruppe fertiggestellt. Neue Zielpfähle installierte man zwei Jahre später in der Halle.

Im Jahre 1968 wurde unser Schützenbruder Hans Gebele Bezirkskönig des Bezirksverband Maria Laach in Kelberg mit 28 Ringen und nahm als Vertreter von Maria Laach am Bundesschützenfest in Brühl teil. 

Beim Bezirksschützenfest 1969 in Hambuch belegte die Schützenbruderschaft Urmersbach mit 138 Ringen den 1.Platz im Gruppenschießen.
Folgende Schützen erzielten folgende Ergebnisse: Hubert Weber 29 Ringe, Kurt Schmitt 29 Ringe, Hubert Hansen 28 Ringe, Anna Schmitt 26 Ringe und Erwin Weber 26 Ringe. 

Im Jahre 1971 erfolgte die Instandsetzung der Schießblenden. Im darauffolgenden Jahr verzeichnete die Schützenbruderschaft erstmals Mädchen und Frauen als Vereinsmitglieder. Im August 1973 war unsere Schützenbruderschaft erstmals Ausrichter des 47. Bundesschützenfestes des Schützenbundes Maria Laach.

Mit Wirkung vom 15. Mai 1977 wurde das Schießen auf der Schießstandanlage untersagt, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Man begann mit der Erweiterung der Anlage. Rechts der Anlage wurden 50 Meter Mauerwerk errichtet und am hinteren Ende der Mauer ein Schießhäuschen eingelassen. Links zur Schussrichtung wurden 15 Meter Mauerwerk mit Tragsäulen errichtet. Ab dem 07.Juli 1977 durfte wieder geschossen werden. 

Es folgten dann 1979 Aufschüttungen auf dem Schützenplatz und eine Verbesserung der Bausubstanz der Schießanlage. Im Jahre 1980 tätigte man die Herstellung eines Wasseranschlusses an die zentrale Wasserversorgung des Kreiswasserwerkes Cochem-Zell sowie die Herstellung eines Stromanschluss. Die Bepflanzung der Böschung zum Bahndamm erfolgte landschaftsgebunden. Ein Bauantrag als Nachweis der Park- – und Stellflächen musste der Kreisverwaltung vorgelegt werden. 

Ebenfalls wurden 1979 an der Böschung zur L 99 Straßenlaternen aufgestellt. Drei Jahre später nahm man Putzarbeiten an der Außenseite der unteren Schutzmauer vor. 

Auf der Jahreshauptversammlung 1984 erfolgte die erste Beratung und Planung über die Renovierung der Schießhalle. Man entschloss sich schließlich zum vollständigen Abriss der alten Halle und Neubau an gleicher Stelle. 

Von 1984 bis 1987 liefen die Vorbereitungen, bevor man im August 1987 nach dem Schützenfest mit dem Abriss der alten Halle begann. Besondere Daten während des Neubaus : 

04/88: Fertigstellung der Bodenplatte

10/88: Fertigstellung der Bedachung

Wegen der unfertigen Halle konnten wir 1988 unser Schützenfest freundlicherweise in Bermel durchführen. Beim Bezirksschützenfest des Bezirksverband Maria Laach im Jahre 1986 wurde unser Schützenbruder Hubert Weber Bezirkskönig und vertrat den Bezirksverband beim Bundesschützenfest in Mönchengladbach. Die neue Schießsportanlage wurde fast komplett in Eigenleistung erstellt. 

Am 05./06. August 1989 feierte man die Einweihung der neuen Schießsportanlage in Verbindung mit dem 60. Gründungsfest. Die Einsegnung der Schießsportanlage erfolgte durch unseren damaligen Präses Pfarrer Johannes Schüller. 

Im Mai 1990 wurden an der Schießbrüstung sowie an der Thekendurchreiche Kunststoffrolladen installiert .Die erste private Feierlichkeit war der 50 Geburtstag vom 1. Brudermeister Willi Schäfer. 

Im Jahre 1990 führte die Ortsgemeinde Urmersbach in Verbindung mit den Ortsvereinen erstmalig ein Kinderferienprogramm in den Sommerferien durch. 1991 macht man sich innerhalb des Vorstandes erstmalig Gedanken über einen Einbau einer Heizungsanlage ins neue Schützenhaus. Für das Jahr 1993 erwägt man eine Bewerbung für die Ausrichtung des Bezirksschützenfestes des Bezirksverband Maria Laach.

1991 führte man erstmalig ein Ostereierschießen an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen vor Ostern durch. 

Ebenfalls 1991 wurde für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger erstmals ein gemütlicher Nachmittag auf dem Schützenplatz durchgeführt. 

Am 05. August 1991 wird Herr Pastor Jürgen Roos zum Pastor der Pfarrgemeinden Kaisersesch / Düngenheim-Urmersbach ernannt und somit auch Präses unserer Bruderschaft. 

Trotz großartiger Eigenleistung beim Neubau der Schützenhalle sah die finanzielle Lage des Vereins nicht rosig aus. So schrieb das Kassenbuch Anfang 1992 noch ein Minus von 12.339,89 DM. 

Bei der Jahreshauptversammlung am 27. Januar 1992 im Gasthaus Schmitz kommt die Bewerbung zum Bezirksschützenfest zur Abstimmung auf die Tagesordnung, die Versammlung votiert mit 30 Ja- Stimmen bei 1-Enthaltung ganz klar für die Abgabe der Bewerbung. Auf der Delegiertentagung am 9. Februar 1992 in Zermüllen kommt es zur Kampfabstimmung zwischen Urmersbach und Brachtendorf, wobei Brachtendorf mit 39 zu 29 Stimmen die Nase vorn hat. 

Beim Bezirksschützenfest 1995 in Kaisersesch wurde die Schützenbruderschaft Urmersbach im Gruppenschießen mit 135 Ringen 1. Sieger. Folgende Schützen waren für Urmersbach am Start: Thilo Schmitt, 28 Ringe; Hubert Weber, 28 Ringe; Andreas Weber 27 Ringe; Winfried Weber, 26 Ringe und Werner Fahrenkrog mit 26 Ringe. Bemerkenswert ist das unser Schützenbruder Hubert Weber bereits 1969 ebenfalls zur Siegermannschaft gehörte. Unsere Schützenjugend belegte den 3. Platz beim Wanderpokalschießen. Beim Schießen auf die Protektorscheibe wurde Oliver Kusterer erster bei der Jugend und Andreas Weber zweiter bei den Schützen. Kurt Schmitt belegte beim Seniorenschießen den ersten Platz. Dies war wohl eines der erfolgreichsten Bezirksschützenfeste aus Sicht der Urmersbacher Bruderschaft. 

Im Frühjahr des Jahres 1996 wurde in die Schützenhalle eine Zentralheizung eingebaut. Seitdem kann die Halle auch im Winter für Veranstaltungen genutzt werden. Im Herbst formierten sich einige interessierte Mitglieder der Bruderschaft zu einer Sportpistolengruppe. Hierfür wurde in Eigenleistung kostenlos eine Pistolenduellscheibe gebaut. 

Auf der Jahreshauptversammlung 1997 wird beschlossen die veralteten elektrischen Automatikscheiben durch eine moderne Seilzugscheibenanlage zu ersetzen. Der Anschaffungspreis beläuft sich auf ca. 12.000 DM und wird zum Teil von einigen Mitgliedern über zinslose Darlehen und Beitragsvorauszahlungen finanziert. Nach nur dreimonatiger Bauzeit konnten die neuen Scheiben in Betrieb genommen werden. 

Seit 1998 schmückt unser Vereinswappen den Eingangsbereich der Schützenhalle. 

Im Mai 1999 wird in der Schützenhalle ein Telefonanschluss installiert. Die Kabelverlegung wird von einigen Mitgliedern in Eigenleistung durchgeführt. 

Anfang des Jahres 2000 werden alle im Hallengiebel befindlichen Glasbausteinfenster durch Kunststoffisolierglasfenster ersetzt.

Vom 17. bis 19. September 1999 fand in Mayen das Bundesschützenfest der historischen deutschen Schützenbruderschaften statt. Der Festzug am Sonntag wurde von über 70 Musikkapellen und tausenden Schützinnen und Schützen gestaltet. Ausrichter ist unter anderen auch der Bezirksverband Maria Laach und somit auch Schützen unserer Bruderschaft. Durch eine Satzungsänderung gehört zukünftig der erste Schießmeister zum geschäftsführenden Vorstand.  

Im April 2000 werden in der Herrentoilette Urinal Becken installiert. Somit gehört die alte "Pinkelrinne" der Vergangenheit an.  

Beim Schützenfest im August 2000 wird unser Schützenbruder Nikolaus Theobald mit dem Sankt Sebastianus Ehrenkreuz geehrt. 

Im Jahr 2001 konnten weitere Baumaßnahmen verwirklicht werden. So konnte für die Schützenjugend eine neue Luftgewehranlage gebaut werden. Ein größeres Projekt ist der Anbau einer neuen Küchenanlage an die Schützenhalle, womit im Frühjahr 2001 begonnen wird.

Beim 75.Bezirksschützenfest am 12. August 2001 in Dünfus wird unser Schützenbruder Andreas Weber Bezirkskönig und vertritt den Bezirksverband Maria Laach beim Bundesschützenfest in Emmerich am Niederrhein. Im Frühjahr 2002 ist der Küchenneubau weitestgehend abgeschlossen. Im Mai beginnt die neue Schießsaison und es warten wieder viele neue Aufgaben auf die Mitglieder der St. Hubertus Schützenbruderschaft Urmersbach 1928 e. V.